Kirche

Geschichte:

Die Kirche in Reelkirchen war im Ursprung dem Heiligen Liborius geweiht. Liborius war ein Bischof aus Frankreich und der Schutzpatron des Bistums Paderborn. Dies lässt den Rückschluss zu, dass die Kirchweihe in Reelkirchen von Paderborn aus stattfand, und dass diese Kirche im Ursprung mit Reliquien des Heiligen Liborius ausgestattet war. Im Zusammenhang mit Grabungen im Fundament der Kirche lässt sich der weitere Rückschluss ziehen, dass vermutlich im Zuge der Christianisierung durch Karl des Großen – also im 9. Jahrhundert-  hier eine erste Kirche erbaut wurde. Zur Gemeinde Reelkirchen gehörten neben Herrentrup, Höntrup, Teilen von Wehren, Maspe, Tintrup, Siebenhöfen und Freismissen auch einmal Istrup und Wellentrup. Das Hauptschiff der heutigen Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert. Der seitliche Anbau stammt aus dem Jahr 1665 (Brennig S. 24 im Detail). Die Kirche ist im romanischen Stil errichtet und war eine typische Wehrkirche. Das erkennen wir heute noch an den 1,5 m dicken Schutzmauern und Schießscharten  sowie den hohen Fenstern mit Rundbögen. Die Kirche war zu ihrer Ursprungszeit vermutlich vollständig ausgemalt. Von einigen Bildfragmenten weiß man durch Renovierungsarbeiten. Der Turm der Kirche ist ca. 37 Meter hoch. Außerhalb der Kirche  finden wir an der Nordostecke des Chores unter der Traufe einen Löwenkopf, an der Südostecke einen Engel. Der Löwe soll das Böse aus dem Norden abwehren. Der Engel ist nach Südosten ausgerichtet, von wo aus das Heil der Welt, die Lehre des Herrn und Heilands Jesus Christus zu uns gekommen ist.

Über dem Seiteneingang kann man ein Relief des Heiligen Liborius sehen. Wenn man sich das Bild genau anguckt, fällt immer wieder die „Schnapsnase“  des Heiligen auf.  Diese Schnapsnase ist nach einer Nasenreparatur entstanden und hat also nichts mit Alkohol zu tun!

 

Turm und Glocken:

Wie bereits erwähnt ist der Turm 37 Meter hoch und aus dem 13. Jahrhundert. Er trägt unsere drei großen Glocken, wobei die größte von 1492 stammt, dem Jahr als Kolumbus Amerika entdeckte und Martin Luther 9 Jahre alt war. Sie ruft seit über fünfhundert Jahren  zum stillen Gebet  und kündigt mit tiefen Klang einen Todesfall in der Gemeinde an. Ihre  Inschrift lautet: Jesus bin ich genannt, mein Laut ist wohlbekannt, ich rufe den Menschen zu kommen, zu seiner Seelen frommen!“  Zwei Glocken wurden im 1. Weltkrieg eingeschmolzen und wurden 1922 durch Stahlglocken ersetzt. Im 2. Weltkrieg musste die große Glocke abgegeben werden und konnte zum Glück 1948 wieder ihren alten Platz einnehmen. Außerhalb sind noch die Uhr und ihre Glocke zu sehen. Sie schlägt zu jeder halben und vollen Stunde. Man kann vermuten, dass die Glocken hier an Ort und Stelle gegossen wurden. Funde bei Ausgrabungen lassen darauf schließen.

Hahn und Goldkugel: 

Die Goldkugel soll die Erde darstellen und enthält verschiedene Dokumente, die bei Restaurationen hinterlegt wurden. Sie hat einen Durchmesser von 1 Meter. Der Hahn ist von 1753 und soll an den Verrat Petrus erinnern. Das Kreuz wiegt ca. 4 Zentner

1000 Jährige Linde:

Unser Schmuckstück! Der Baum ist aufgeführt in „Publikationen zu Deutschlands ältesten Baumdenkmäler“ und ist laut Schätzungen von Dendrologen 800 - 900 Jahre alt. Dem Volksmund nach zeigen die Arme in Richtung der zur Gemeinde gehörenden Dörfer. In den Zwischenräumen soll der Legende nach der Totengräber von Reelkirchen sein Werkzeug aufbewahrt haben.

 

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